Die Liquidität

Der Begriff Liquidität stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt "flüssig".
Liquide zu sein bedeutet für das Unternehmen, über ausreichend flüssige Mittel zu verfügen (z.B. Geld auf dem Girokonto oder in der Kasse), um alle derzeit ausstehenden Rechnungen fristgerecht bezahlen zu können. Liquidität ist für jedes Unternehmen sogar noch wichtiger als die Aussicht auf zukünftige Gewinne. Denn wer heute seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann, dem droht unweigerlich die Insolvenz.

Aus diesem Grund gehört zu einem fundierten Businessplan-Zahlenteil immer eine Liquiditätsvorschau. Hier geht es nicht nur um die Frage "welche" Einzahlungen und Auszahlungen anfallen, sondern vor allem "wann" diese Zahlungen anfallen. Das kann unter Umständen stark von Ihrer Rentabilitätsplanung abweichen. Im Wesentlichen können Sie sich die Liquiditätsplanung also als eine Prognose Ihrer zukünftigen Kontostände je Monat vorstellen. Auf diese Weise lassen sich frühzeitig finanzielle Engpässe vorhersehen und rechtzeitig Maßnahmen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit einleiten.

Um diesen "Kontoauszug der Zukunft" zu erhalten, werden alle absehbaren Einzahlungen und Auszahlungen so genau wie möglich aufgelistet. Die Differenz ergibt eine Über- oder Unterdeckung. Bei Unterdeckung müssen Geldmittel beschafft werden. Bei Überdeckung können Mittel kurzfristig angelegt werden (z.B. auf einem Tagesgeldkonto).

Liquidität planen mit Miniplan

Zum Start Ihrer Liquiditätsplanung rufen Sie in Miniplan das Modul "Liquidität" auf und öffnen Sie die Unterkategorien. Sie sehen, dass die Tabelle ähnlich wie die Rentabilitätsvorschau aufgebaut ist. Hier wird der Fokus jedoch auf die flüssigen Mittel gelegt, die Ihnen am Monatsanfang und -ende zur Verfügung stehen. Wie in den anderen Miniplan-Tabellen haben Sie auch hier die Möglichkeit, die voreingestellten Kategorien z.B. umzubenennen oder Unterkategorien hinzuzufügen.

Nachdem Sie die Tabelle an Ihre individuelle Situation angepasst haben, tragen Sie alle erwarteten Ein- und Auszahlungen in die entsprechenden Kategorien ein. Beginnen Sie in dem Monat, für den Sie den Start Ihres Unternehmens am Markt beabsichtigen (Hilfe: Zeitraum einstellen). Dabei gilt: In der Liquiditätsplanung werden sämtliche Einträge, ob Einzahlungen oder Auszahlungen, immer brutto, d.h. inklusive Mehrwertsteuer vorgenommen!

Nehmen Sie sich dazu den Textteil Ihres Businessplans und Ihre Rentabilitätsvorschau zur Hand. Hier haben Sie ja bereits eine Umsatz- und Kostenplanung angelegt. Wenn Sie diese Werte in die Liquiditätsplanung übernehmen, sollten jedoch alle Ein- und Auszahlungen genau an dem Zeitpunkt eingetragen werden, an dem Sie mit der tatsächlichen Zahlung rechnen. Nehmen Sie also z.B. an, dass Ihre Kunden mit einer Verzögerung von einem Monat zahlen, dann planen Sie diese Umsätze nicht zum Rechnungsdatum, sondern im Folgemonat ein. Zahlungen, die nur zu bestimmten Terminen fällig werden, wie z.B. Jahresprämien für Versicherungen, tragen Sie im entsprechenden Monat in voller Höhe ein.

Vergessen Sie nicht Ihre Privatentnahme! Miniplan beinhaltet ein Extra-Modul, mit dem Sie genau berechnen können, wie hoch Ihre Privatentnahme sein muss, damit Sie zukünfitg Ihren Lebensunterhalt daraus bestreiten können (Weiterlesen: Privatentnahme). Sie haben außerdem die Möglichkeit, für jede Zahlungskategorie einen individuellen Umsatzsteuersatz festzulegen (siehe nebenstehende Grafik). So berechnet Miniplan automatisch den monatlichen Steuersaldo.

Ein wichtiger Hinweis zur Kategorie "Auszahlung Darlehen": Tragen Sie hier erst einmal noch keine Werte ein. Es gilt zunächst herauszufinden, ob und in welcher Höhe Sie Kredite für die Finanzierung Ihrer Gründung benötigen. Kalkulieren Sie dazu im nächsten Abschnitt Ihre Liquiditätsreserve. Die noch fehlenden Werte für die Finanzierung werden zu einem späteren Zeitpunkt eingeplant.

Nächster Schritt: Liquiditätsreserve