Die Finanzierung

Sie haben bereits im Kapitalbedarf zusammengefasst, was Ihre Gründung an Ausstattung, Gründungskosten und Liquiditätsreserve benötigt. Nun geht es um die Frage: Wie soll dieser Kapitalbedarf finanziert werden?

Ganz gleich, ob Sie Ihre Finanzierung aus eigenen Mitteln aufbringen können oder – wie bei jeder zweiten Gründung – neben Ihrem eigenen Kapital auf externe Geldquellen zurückgreifen müssen: Es gibt grundsätzlich ein weites Spektrum an Finanzierungsformen (Weiterlesen: Finanzierungsformen). Um eine passende Finanzierung zu erhalten, werden Sie jedoch mit einigen Kapitalgebern in Kontakt treten und deren Auswahlverfahren durchlaufen müssen. Klar, dass es darauf ankommt, wie gut Sie sich und Ihre Geschäftsidee verkaufen können, und dass Sie Ihre Unterlagen entsprechend professionell aufbereitet haben. Auch wenn Sie noch kein konkretes Finanzierungsangebot eingeholt haben, müssen Sie daher zumindest als Gesprächsgrundlage einen vorläufigen Finanzierungsplan aufstellen.

Finanzierung planen mit Miniplan

Rufen Sie in Miniplan das Finanzierungs-Modul auf. Klicken Sie dort auf den Reiter "Finanzierung". Hier sehen Sie nun die Tabelle, mit der Sie die Geldquellen für Ihre Gründung strukturieren können.

Überlegen Sie zunächst, wieviel Eigenkapital Sie in das Vorhaben einbringen. Dazu gehört alles, was von Ihnen selbst, Ihrer Familie oder Freunden uneingeschränkt in die Gründung eingebracht wird. Unterteilen Sie den Betrag in Geld (Eigenmittel), Geschäftsausstattung (Sachmittel) und den Gegenwert eigener Leistungen. Aber Achtung, bei Sacheinlagen müssen Sie den angesetzten Wert auch glaubhaft machen können (z.B. über Preislisten unter Berücksichtigung der Abnutzung, ggf. sogar Gutachten) und eigene Leistungen müssen aktivierungsfähig sein. Im Regelfall wird eine Bank das Vorhaben aber nur finanzieren, wenn eine angemessener Anteil an Bareinlagen aufgebracht wird. Auch für den Fall, dass Sie Kapital von einer Beteiligungsgesellschaft oder anderen Partnern erhalten, planen Sie dies in der Kategorie "Eigenkapital" ein. Für Gründer gilt die Faustregel, nur wenn mindestens 15% des Kapitalbedarfs durch Eigenkapital gedeckt sind, haben Sie eine Chance, auch fremde Mittel zu erhalten.

In den Bereich "Fremdkapital" gehören alle Mitte, welche Ihnen von externen Kapitalgebern für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung gestellt werden sollen. Nach der Fristigkeit der zu beschaffenden Fremdmittel, lässt sich hier lang- oder kurzfristiges Fremdkapital unterscheiden. Zu letzteren gehört auch der Kontokorrentkredit, der Dispo für Unternehmen. Auch private Darlehen, die Sie von Freunden und Verwandten zeitlich begrenzt erhalten, fallen unter diese Kategorie. Solange aufgrund der unvollständigen Planungsunterlagen noch kein reales Finanzierungsangebot eingeholt werden kann, müssen Sie hier mit Planwerten arbeiten. Nutzen Sie einen der vielen Kreditrechner (z.B. hier) und setzen Sie zunächst fiktiv einen relativ hohen Zinssatz an (z.B. 8 Prozent). Sind die Unterlagen vollständig, sollten Sie sich in jedem Fall bei einigen Banken und Fördereinrichtungen über eine geeignete Finanzierung und öffentliche Förderprogramme beraten lassen.

Abgleich zwischen Finanzierung und Kapitalbedarf

Sie können Ihre Planung anhand der Übersicht, die sich über der Finanzierungstabelle befindet, mit Ihrem Kapitalbedarf vergleichen. Ist der Kapitalbedarf größer als die geplante Finanzierung, wird in der Übersicht eine rot markierte Finanzierungslücke ausgewiesen. Das bedeutet, dass Sie sich bestimmte Dinge nicht leisten können, die Sie für Ihre Gründung benötigen. Erschient hier eine grün markierte Finanzierungsreserve, haben Sie mehr Finanzierung eingeplant, als Sie benötigen. Das ist bis zu einem gewissen Grad nützlich. Ist die Reserve aber unverhältnismäßig hoch, zahlen Sie quasi umsonst Zinsen. In beiden Fällen sollten Sie also entweder Ihren Kapitalbedarf oder die Finanzierung anpassen, so dass diese sinnvoll aufeinander abgestimmt sind.

Vervollständigen Sie Ihre Liquiditätsplanung

Sie wissen nun, wie hoch mögliche Kredite zur Finanzierung Ihrer Gründung ausfallen sollten und welche eigenen Mittel Ihnen zur Verfügung stehen. Tragen Sie diese Werte nun im letzten Schritt in Ihre Liquiditätsplanung ein. Rufen Sie dazu erneut das Miniplan-Liquiditätsmodul auf: Eigenmittel werden in der Zeile "Sonstige Einzahlungen" eingeplant, Kredite in der Zeile "Auszahlung Darlehen". Für andere Finanzierungsformen können Sie sich natürlich auch nach Belieben zusätzliche Zeilen einfügen. Vergessen Sie nicht, auch die Raten für die Rückzahlung des Fremdkapitals einzuplanen. In der Rentabilittäsplanung sollten Sie die gewinnmindernden Zinsen einplanen.

Die Liquiditätsplanung zeigt jetzt am Ende jedes Monats an, welche liquiden Mitteln Ihnen noch zur Verfügung stehen. Die Zeile "Liquide Mittel am Ende der Periode (inkl. Kontokorrentkredit)" darf keinen negativen Wert mehr ausweisen, würde dies doch bedeuten, dass Sie Ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. Durch das Eintragen der geplanten Finanzierungskosten kann dies aber durchaus geschehen. Erhöhen Sie dann im Kapitalbedarf die benötigte Liquiditätsreserve und passen Sie die Finanzierung entsprechend an. Je genauer Sie hier arbeiten, desto näher kommt der geplante Kontostand aus der Tabelle an Ihre späteren, tatsächlichen Kontoauszüge heran.

Praxistest Ihres Businessplans

Im letzten Schritt gilt es die Finanzplanung noch einmal kritisch zu prüfen und ggf. zu überarbeiten. Nutzen Sie Kollegen, Freunde oder einen professionellen Berater als Sparringspartner: Ist die Darstellung plausibel? Wurden alle Positionen berücksichtigt? Ist das Vorhaben wirtschaftlich sinnvoll und ist die Liquidität stets sichergestellt? Aber Achtung, verlieren Sie sich nicht in Details. Eher früher als später sollten Sie Ihre Planung dem Praxistest unterziehen. Falls Sie noch unsicher sind, versuchen Sie es bei einer Bank, die nicht zu Ihren Favoriten zählt.

Über den Menüpunkt "Datei" -> "Businessplan drucken" haben Sie die Möglichkeit, die Tabellen aus Miniplan als Zahlenteil für Ihren persönlichen Businessplan zu verwenden. Die gewünschten Tabellen können Sie ausdrucken oder als PDF-Datei speichern (Hilfe: Druckfunktion). Es bietet sich an, die Tabellen "Liquidität" und "Rentabilität" sowohl auf Monatsbasis als auch in der Jahresübersicht auszudrucken. Dadurch erhält der Empfänger einen detaillierten und übersichtlichen Eindruck von Ihren Planungen.

Nach der Gründung mit Minicontrol weiterarbeiten

Wir hoffen Ihnen hat Miniplan gefallen. Nach der Gründung können Sie Ihre Daten einfach in unsere Controllinglösung Minicontrol übernehmen. Schauen Sie doch mal rein: www.minicontrol.eu