Unternehmensentwicklung ablesen

Wie bereits eingangs beschrieben, ist die Ertragsvorschau nicht nur für potenzielle Kapitalgeber bestimmt. Sie hilft ihnen auch, selbst zu prüfen, ob Ihre Geschäftsidee auf Dauer tragfähig ist. Werfen Sie nun also einen Blick darauf, was monatlich in Ihrem Unternehmen unter dem Strich übrig bleibt.

Schauen Sie sich dazu die Ergebnisse aus dem Rentabilitätsmodul an. Hier sehen Sie sofort, wie Sie in den Monaten nach der Gründung voraussichtlich wirtschaften werden:
Die Zeile "Betriebsergebnis" zeigt Ihnen den Gewinn bzw. Verlust an, der aus eigentlichen betrieblichen Tätigkeit heraus entstanden ist.
In der Zeile "Unternehmensergebnis" wird das Gesamtergebnis inklusive bestimmter Zusatzeinnahmen- und ausgaben – wie Zinsen und Steuern – ausgewiesen. Wie hoch der Posten Zinsaufwendungen anzusetzen ist, lässt sich erst bestimmen, wenn Sie im letzten Schritt Ihren Bedarf an Fremdkapital ermittelt haben. Wie hoch die Steuern auf Einkommen und Ertrag ausfallen, klären Sie am besten mit einem Steuerberater.

Einen interessanten Blick auf die geplante Unternehmensentwicklung bietet die grafische Darstellung Ihrer Tabelle in Miniplan. Mit dem Button "Chartfunktion" können Sie die zuvor markierten Werte für alle angezeigten Monate grafisch darstellen (Hilfe: Chartfunktion nutzen).

Ein wichtiger Hinweis: Für eine sinnvolle Prognose der Unternehmensentwicklung ist es sehr wichtig, dass Sie alle Umsätze und Kosten möglichst realistisch eingeplant haben. Denn was nützt Ihnen eine Ertragsvorschau, die hohe Gewinne ausweist, wenn Sie sicher sind, dass Sie diese kaum erwirtschaften können. Schließlich wollen Sie ja zukünftig Ihren Lebensunterhalt aus den Überschüssen Ihres Unternehmens (mit-)bestreiten. Als Gründer sollten noch eine weitere Falle beachten: Der Ausweis zu hoher Gewinne kann problematisch sein, da die Krankenkasse im Gründungsjahr den erwarteten Gewinn als Berechnungsgrundlage nimmt. Fällt der Gewinn niedriger als erwartet aus, ist eine Rückerstattung oft problematisch.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, neben der eigentlichen Ertragsvorschau auch über ein sogenanntes "worst-case scenario" nachzudenken. Das bedeutet, dass Sie die gleiche Ertragsvorschau anlegen, diesmal aber von einer schlechteren Entwicklung ausgehen. Stellen Sie sich z.B. folgende Fragen: Was passiert, wenn doch nicht so viele Kunden wie erwartet Ihre Leistungen in Anspruch nehmen? Welche Auswirkungen hat eine Kostenerhöhung Ihres Lieferanten im zweiten Geschäftsjahr? Legen Sie hierfür z.B. eine weitere Miniplan-Datei an (Hilfe: Neue Dateien anlegen).

Stellen Sie fest, dass Ihr Unternehmen auch bei guter Entwicklung langfristig keinerlei Aussichten auf Gewinne hat, sollten Sie Ihre Geschäftsidee noch einmal überarbeiten. Sehen Sie laut Ihren Prognosen hingegen einer positiven Unternehmensentwicklung entgegen, können Sie direkt mit der nun folgenden Liquiditätsplanung beginnen.

Nächster Schritt: Liquiditätsplanung